Andrea Thümmel - Heilpraktikerin
Praxis

Gesundheits-Tipps

Heuschnupfen: Warum das Immunsystem überreagiert

Wer jetzt sein Immunsystem stärkt, kann im Sommer profitieren

Gerade eben können Heuschnupfengeplagte wieder aufatmen, aber die Erinnerung an die Sommermonate ist noch sehr präsent: Während die einen im Schwimmbad sind, grillen oder in der freien Natur die schönste Zeit des Jahres genießen, leiden andere unter Dauer-Fließschnupfen mit roter, schmerzhafter Nase, pistolenschussartigen Nießattacken, Atemnot mit Erstickungsanfällen, kratzendem Hals, Müdigkeit aufgrund des permanenten Sauerstoffmangels, Kribbeln und Jucken an Augen, Nase und Schleimhäuten sowie einem Gefühl, von ständigem Nebel umgeben zu sein. In Fachkreisen werden Allergien mittlerweile die Epidemie des 21. Jahrhunderts genannt. Und die Bereitschaft des Körpers, auf harmlose Stoffe überschießend zu reagieren, wird weiterhin zunehmen. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2050 jeder zweite Mensch in Deutschland mit Heuschnupfen oder einer anderen Form von Allergie zu tun haben wird.

Am meisten verbreitet unter allen Allergien ist die allergische Rhinitis wie der Heuschnupfen in Fachkreisen genannt wird. Fast jeder dritte Deutsche hat inzwischen mit einer mehr oder minder schweren Form davon zu kämpfen. Die Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt. Diskutiert wird über psychische Faktoren ebenso wie über Umweltverschmutzung, über eine genetische Komponente ebenso wie über ein Zuviel an Hygiene, die dem Körper die Fähigkeit nimmt, gegen Erreger immun zu werden.

Zu einer Allergie kommt es, wenn der Körper auf ansonsten harmlose Substanzen (Allergene) über die Maßen reagiert. Als Folge davon produziert er vermehrt Histamin, lässt die Nase laufen, die Schleimhäute anschwellen und tut alles, um den Feind wieder aus dem Körper zu befördern. Allergie könnte man demzufolge als einen Schutzmechanismus des Körpers vor einem Angriff begreifen, der eigentlich gar keiner ist.

Warum reagiert der Körper auf Tausende harmloser Stoffe gar nicht und auf manche, ebenfalls harmlose, so extrem? Bei jedem ersten Kontakt mit einem Fremdkörper, welcher Art auch immer, entscheidet das Immunsystem blitzschnell, ob dieser Fremdkörper harmlos ist oder nicht. Ein vom Immunsystem als harmlos eingestufter Fremdkörper wird toleriert. Gegen manche Fremdkörper werden allerdings beim ersten Kontakt sogenannte IgE-Antikörper gebildet, eine Art Schutzpolizei des Körpers. Zeigt sich dieser Fremdkörper ein zweites Mal, wird die Schutzpolizei aktiv und versucht, den Angreifer vehement zu eliminieren. Die Folgen kennt jeder Allergiker.

Zwar weiß man recht gut Bescheid, was bei einer Allergie im Körper passiert, aber eine wirkliche Hilfe gegen den Heuschnupfen hat die Schulmedizin bislang noch nicht gefunden. Der derzeitige Standard ist die Desensibilisierung, bei der der Körper über eine mehrjährige Spritzentherapie stufenweise mit dem Allergen konfrontiert wird und – so die Annahme - sich mit der Zeit daran gewöhnen soll. Die Erfolgsaussichten werden im Hinblick auf den enormen Zeitaufwand kontrovers diskutiert.

Wie sieht die Allergiebehandlung aus naturheilkundlicher Sicht aus?

In der Naturheilpraxis steht nicht die Symptombehandlung einer Allergie im Vordergrund sondern die Stärkung Ihres Immunsystems. Weil – so die berechtigte Grundüberlegung – ein intaktes Immunsystem keine Allergie kennt. Im Fokus der Allergiebehandlung steht damit der Darm als größtes Immunsystem des Körpers. Erst wenn dieses Organ gesund ist, hat eine Allergiebehandlung überhaupt Aussicht auf Erfolg.

Das Fundament einer Allergiebehandlung ist daher die Überprüfung des Darmmilieus im Labor und eine anschließende spezifische mikrobiologische Darmsanierung zur Beseitigung möglicher Dysbiosen, also der gestörten Darmflora. Das bedeutet einfach ausgedrückt, gute Darmbakterien müssen zugeführt, krankmachende eliminiert werden, um den Darm wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Im zweiten Schritt gilt es, das Immunsystem zu stärken. Die Naturheilkunde kennt dafür eine Reihe von Möglichkeiten: Eigenblut-Therapien haben sich ebenso bewährt wie die Gabe hochdosierter Vitamine, Kolloide von Spenglersan, Homöopathie, Ohrakupunktur und andere regulierenden Therapien.

Wichtig ist es, das Immunsystem jetzt, in der allergiefreien Zeit, für die nächste Saison fit zu machen, und zirka 8 Wochen für die Behandlung einzuplanen.

 

Die Therapien im Einzelnen

Eigenblut-Therapie

Bei dieser aus 8 bis 12 Sitzungen bestehenden Therapie werden wenige Milliliter Blut aus der Vene entnommen und zusammen mit einem passenden homöopathischen Mittel in den Gesäßmuskel injiziert. Die Menge des entnommenen Blutes wird von Mal zu Mal gesteigert. Die Idee, die dieser Therapie zu Grunde liegt ist, dass der Körper sich mit der im Blut befindlichen immunologischen Information auseinandersetzt. Wer also ab März mit Allergien zu kämpfen hat, sollte die Therapie im November starten.

Orthomolekulartherapie (Vitamintherapie)

Vitamine sind für unser Überleben unerlässlich. Schon unter „normalen“ Bedingungen sind wir damit meist unterversorgt. Unter Stressbedingungen verbraucht der Körper ein Vielfaches an Vitaminen. Und nichts anderes ist eine Allergie für den Körper: Stress. Im Hinblick auf eine Allergie haben sich Vitamin C, Vitamin A und B 5, Kalzium, Mangan und Magnesium bewährt. Bitte nur unter therapeutischer Anleitung und nicht selbstständig einnehmen!

Ohrakupunktur

Eine jahrtausendealte Methode mit oft verblüffender Wirkung, die nicht nur bei Allergien, aber mit großem Erfolg auch dort, eingesetzt wird. Die Ohrakupunktur geht zum großen Teil auf den französischen Arzt Nogier zurück. Dieser entdeckte, dass sich der ganze Körper im Ohr abbilden lässt. Wohl nicht zufällig entspricht die Ohrmuschel der Abbildung eines mit dem Kopf nach unten liegenden Kindes in Embryohaltung. Das Ohrläppchen entspricht dem Kopf, die Ohraußenkante der Wirbelsäule. Nogier ist es zu verdanken, dass wir heute eine Art „Landkarte des Ohrs“, die sogenannte Somatotopie haben: Die Einteilung von Punkten am Ohr und ihre Zuordnung zu verschiedenen Körperorganen. Auf diese Weise lassen sich -ähnlich wie bei der Fußreflexzonenmassage - durch Akupunktur am Ohr bestimmte Körperstellen aktivieren. Erkrankt ein Körperteil, so verändert sich der Hautwiderstand des entsprechenden Ohrpunktes. Dieser veränderte Hautwiderstand ist messbar und für den Patienten spürbar. Ohrakupunktur machen wir alle unbewusst immer wieder selbst. Beobachten Sie sich mal in der nächsten Zeit, wie Sie sich unbewusst ans Ohr fassen oder Ihr Ohrläppchen gedankenverloren massieren.

Neben dem Heuschnupfen gibt es natürlich noch zahlreiche andere Allergene (allergieauslösende Substanzen), die uns zu schaffen machen können. Dabei kann man gegen so ziemlich alles allergisch werden, was einen im Alltag umgibt: Vom Schmuck über Tierhaare bis hin zu Nahrungsmitteln, von Putzmitteln bis zu Medikamenten und von Kosmetika bis zu Insektenstichen. Mit schätzungsweise 60.000 Chemikalien und weiteren 13.000 Stoffen ist unser Körper im Alltag konfrontiert. Im Prinzip gilt für fast alle Allergien das Gleiche wie für den Heuschnupfen: Die Behandlung beginnt im Darm und führt über die Stärkung des Immunsystems unter einer zeitweisen Meidung der allergieauslösenden Substanzen auf absehbare Zeit hoffentlich in eine beschwerdefreie Zukunft.

Bitte bleiben Sie gesund.