Andrea Thümmel - Heilpraktikerin
Praxis

So ziehen Sie die Notbremse, bevor es zu spät ist:

10 Tipps gegen Stress

Wir begegnen ihm immer und überall. Im Job, in der Freizeit, am Tag und in der Nacht. Unter der Woche genau so wie am Wochenende. Egal wie alt wir werden, er scheint unser ständiger Begleiter zu sein. Die Rede ist vom Stress. Laut Medienberichten leidet fast jeder zweite Deutsche darunter. Häufigster Auslöser ist der Arbeitsplatz, dicht gefolgt von der Familie. Keiner ist sicher vor Stress, es erwischt den Manager ebenso wie die Hausfrau. 

Wir fühlen uns gestresst und das 24 Stunden am Tag. Abends können wir nicht ein- und nachts nicht durchschlafen, morgens fühlen wir uns deswegen wie gerädert. Ängste, Druck und Sorgen machen den Tag nicht besser. 

Dabei ist Stress ursprünglich nichts Böses. In der Steinzeit war er für unsere Vorfahren überlebenswichtig. Drohte Gefahr - zum Beispiel in Form eines Säbelzahntigers – aktivierte der Körper blitzschnell ein geniales Überlebensprogramm. Die Ausschüttung von körpereigenem Adrenalin erhöht den Herzschlag, lässt den Blutdruck ansteigen, die Atmung wird schneller, die Pupillen weiten sich, der Muskeltonus erhöht sich, die Verdauung wird herabgesetzt. Der ganze Körper ist nun bereit, vor der Gefahr zu fliehen oder sie zu bekämpfen. Die körperliche Bewegung baut die überschießenden Stresshormone in kürzester Zeit wieder ab. Alles ist gut. Bis zum nächsten Säbelzahntiger.

Auch heute noch reagiert unser Körper mit den gleichen Symptomen auf Stress wie in der Steinzeit: Bluthochdruck, Herzrasen, schnelle flache Atmung, verspannte Muskeln und Verdauungsbeschwerden. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, kann es sein, dass der Körper kapituliert und gar nichts mehr geht. Depressionen und Burnout sind die Folge. 

Es ist nicht immer einfach, aus dem täglichen Hamsterrad auszusteigen. Aber die eine oder andere Technik sollten Sie sich zu nutze machen, um dem Stress wenigstens hin und wieder eine Absage erteilen zu können.

Hier meine 10 besten, selbst erprobten Tipps:

1. Nein sagen lernen

Bestimmt kein leichtes Ziel, aber die Effekte auf Ihr Wohlbefinden sind verblüffend. Finden Sie heraus, was dahinter steckt, wenn Sie nicht „nein“ sagen können. Ganz oft sind es tiefsitzende, unbewusste Ängste. Sagen Sie freundlich, aber bestimmt nein und erklären Sie, warum Sie „nein“ sagen. Das stösst andere weniger vor den Kopf. Fangen Sie mit kleinen „Neins“ an und wagen Sie sich dann an die größeren.

2. Nicht immer erreichbar sein

Smartphone, Laptop, iPad... E-Mails und Terminkalender....

Lassen Sie die Quälgeister einfach mal außen vor. Fangen Sie mit einer Stunde am Wochenende an und steigern Sie die Handy-freie Zeit nach und nach. Inzwischen geht der Trend vieler Unternehmen schon dahin, den Mailserver über das Wochenende komplett auszuschalten. Der nächste Montag kommt bestimmt.

3. Sport treiben

Bewegung tut Körper und Seele gut. Sie baut nicht nur überschüssige Pfunde ab, sondern auch Stresshormone. Suchen Sie sich etwas aus, was Ihnen auch wirklich Spaß macht. Auch der regelmäßige Spaziergang zählt. Die Devise sollte sein, lieber kürzer, aber dafür regelmäßig trainieren, als sich einmal auszupowern und dann die Geduld zu verlieren.

4. Stresstagebuch führen

Ein Tagebuch ist wichtig, damit Sie Ihre Stressoren erkennen und nach und nach ausschalten können. Außerdem sehen Sie nach einer bestimmten Zeit Ihre Erfolge. Notieren Sie, was Sie stresst; bewerten Sie dann den Grad des Stresses auf einer Skala von 1 (kein Stress) bis 10 (sehr starker Stress) und welche Strategien Ihnen bei der Stressreduktion geholfen haben.

5. Nichts tun

Einfach mal nichts tun, ist für die meisten Menschen schon gar nicht mehr vorstellbar. Suchen Sie sich einen Lieblingsplatz, an dem Sie niemand stört. Hören Sie Ihre Lieblingsmusik, lassen Sie die Seele baumeln und die Gedanken einfach ohne Wertung vorbeiziehen. Genießen Sie in einem Café das bunte Treiben auf der Straße, lassen Sie sich massieren oder schauen Sie einfach den Wolken nach. Verwöhnen Sie sich hin und wieder mit solchem Luxus zum Nulltarif.

6. Die Zellen auftanken

Die richtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe sorgen dafür, dass unsere Körperzellen in jeder Minute reibungslos funktionieren. Vor allem die Nerven-Vitamine B6 und B12, die Radikalfänger-Vitamine A,C und E, die Mineralien Kalzium, Kalium und Magnesium im richtigen Verhältnis wirken sich positiv auf das Nervenkostüm aus. Probieren Sie einfach mal eine Vitamin-Hochdosis-Therapie unter therapeutischer Anleitung und staunen Sie, was schon wenige Anwendungen bewirken können!

7. Yoga und Meditation

Yoga ist eine der faszinierendsten Möglichkeiten, Körper, Seele und Geist zu entspannen und in Einklang zu bringen. Die Übungen, auch Asanas genannt, sorgen für ein neues Körpergefühl. Sie schulen Kraft, Geschmeidigkeit, Gleichgewicht und Flexibilität. Meditation bringt das immerwährende Gedankenkarussel zur Ruhe und lässt uns erkennen, was wir wirklich wollen. 10 Minuten täglich reichen, um schon nach wenigen Wochen die positiven Effekte zu spüren. Wer Yoga im Einzelunterricht lernt, kann auch gleich seine Lebensthemen mit einfließen lassen. 

8. Richtig Atmen

Atmen ist viel mehr, als die Aufnahme von Sauerstoff. Atmen ist Leben. Leider atmen wir zu schnell, zu flach und zu hektisch. Atmen Sie mindestens einmal am Tag für 5 Minuten ganz bewusst. Machen Sie es sich dazu bequem und setzen Sie sich ungestört hin. Atmen Sie ganz bewusst und gleichmäßig tief ein und tief aus. Konzentrieren Sie sich nur auf das gleichmäßige Fließen Ihres Atems, ohne ihn zu beeinflussen. Machen Sie Pausen zwischen jedem Einatmen und jedem Ausatmen und genießen Sie die Stille, die sich dabei früher oder später einstellt. Fühlen Sie in sich rein: Was verändert sich gerade? Wird Ihr Atem ruhiger und Sie entspannter? Kommen die Gedanken langsam zur Ruhe, fühlen Sie wie Ihre Muskeln weicher werden? Wenn immer Gedanken kommen, lassen Sie sie einfach ziehen und hören Sie wieder auf Ihren Atem. Öffnen Sie die Augen und spüren Sie den Effekt der Übung. 

9. Kraft der positiven Gedanken nutzen

Jeder Mensch hat zirka 40.000 Gedanken pro Tag. 90 Prozent davon kreisen um die gleichen Themen. Oftmals sind es leider die negativen Gedanken, die uns beschäftigen. Ein Gedanke, den wir immer wieder haben, hat die Kraft, Wirklichkeit zu werden. Denn das, worauf wir unseren Fokus legen, ziehen wir unbewusst in unser Leben. Werden Sie sich Ihrer Gedanken bewusst und schalten Sie um auf positive Gedanken. 

10. Coaching

Wenn gar nichts mehr geht, nehmen Sie professionelle Hilfe an! Schon wenige Stunden können ausreichen, um Lösungen zu finden oder die Dinge in einem anderen Licht zu sehen.